Pressemeldung

Naturschutzhof des Monats Dezember:
Bannmühle - Naturschutz schmeckt

Bad Dürkheim, 03.12.2007

Als Naturschutzhof des Monats wird im Dezember die Bannmühle in Odernheim am Glan in Rheinland-Pfalz vorgestellt. Hans Pfeffer bewirtschaftet den 85 Hektar großen Betrieb seit 15 Jahren. Schwerpunkte sind ökologischer Obstbau - z.T. auf Streuobstwiesen - Kelterei, Mutterkuhhaltung und Direktvermarktung. Obstbau und Saftvermarktung werden unter dem Aspekt der Vielfalt "Jeder Tag schmeckt anders" sehr innovativ aufgezogen und durch die Tierhaltung mit dem anfallenden organischen Dünger, der Tresterverwertung und der Beweidung der Streuobstbestände sinnvoll ergänzt.

Auf 20 Hektar des Betriebes gibt es einen Altbestand an einzeln stehenden Obstbäumen auf artenreichen Wiesen und Weiden. Dies sind wertvolle Öko-Nischen in der Kulturlandschaft, die vielen Tieren und Pflanzen als Lebensraum dienen. Die Beweidung erfolgt mit dem vom Aussterben bedrohten Glanrind. Hans Pfeffer setzt auf diese Rasse aufgrund ihrer Robustheit und ihrer hohen Fleischqualität.

Herausragend ist die Neuanlage einer Streuobstwiese mit Hochstämmen, die einen besonders hohen Astansatz haben, um sicher vor dem Verbiss der Rinder zu sein. Geschützt werden die Bäume außerdem mit einem einfachen, aber innovativen elektrischen Baumschutz, der aus zwei Ringen aus Rundstahl besteht verbunden mit einer Elektrolitze, die in zwei Meter Höhe von Baum zu Baum läuft. Eine hangparallele Pflanzung mit Hackmulde dient zum Auffangen von Hangwasser und zur Bewässerung der Jungbäume. "Junge Bäume brauchen Pflege und Düngung, das vergessen viele Gemeinden, wenn sie Obstbäume zum Ausgleich pflanzen", erklärt Hans Pfeffer.

Moderner, biologischer Apfelbau in Plantagen wird von der Bannmühle auf neun Hektar betrieben. Hauptsächlich stehen dort alte Sorten sowie resistente Neuzüchtungen von Saftäpfeln, aber auch Tafelobst. Die Obstgassen werden alternierend genutzt. Dadurch wird ein stetiges Blütenangebot erzielt, das Nützlingen und anderen Insekten als Nahrungsquelle dienen kann.

Die Bannmühle erhielt im Februar 2007 von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel im Rahmen der Verleihung des "Förderpreises Naturschutzhöfe" eine Auszeichnung. Der Wettbewerb um den Förderpreis Naturschutzhöfe wurde vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) initiiert und gemeinsam mit der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) durchgeführt. Weitere Projektpartner sind der Naturschutzbund (NABU) / Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) / Bund Naturschutz Bayern (BN) sowie die Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur). Das Projekt wurde vom Bundesumweltministerium gefördert.

Derzeit läuft die Ausschreibung einer neuen Wettbewerbsrunde zum Förderpreis Naturschutzhöfe 2008. Weitere Informationen: www.naturschutzhoefe.de.

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