Bad Dürkheim, 02.10.2007
Als "Naturschutzhof des Monats" wird im Oktober Bioland-Hof Mammel in Lauterach, Baden-Württemberg vorgestellt. Seit 1975 betreibt Familie Mammel biologische Landwirtschaft und erprobt und verfeinert die Möglichkeiten, eine umwelt- und naturschutzgerechte Landwirtschaft zu betreiben und hochwertige Lebensmittel zu erzeugen. Der Betrieb erhielt für seine vorbildlichen Naturschutzleistungen eine der bundesweit neun Auszeichnungen, die am 13. Februar 2007 im Rahmen des Förderpreises Naturschutzhöfe von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel übergeben wurden.
Familie Mammel bewirtschaftet einen Gemischtbetrieb von 25 Hektar am Südrand der Schwäbischen Alb im großen Lautertal. So vielfältig und kleinstrukturiert wie die Landschaft, so zahlreich sind die Maßnahmen in der Bewirtschaftung, um diese Vielfalt zu erhalten und zu fördern. Zum Beispiel werden bei der Ernte Kleegrasstreifen als Unterschlupf für Wachteln stehen gelassen. Der Aufwuchs von Klee-Untersaat wird bis zum November von den Kühen abgeweidet, so kommen Ackerwildkräuter, wie z. B. Acker-Rittersporn zum Aussamen. Luzerne wird als Gründüngung so untergepflügt, dass sie im darauffolgenden Getreide wieder zum Teil durchwächst und ein Blütenangebot für Insekten schafft.
"Die Artenvielfalt erhalten und steigern - und das ist ja auch ein Naturschutzziel - beinhaltet für mich ganz produktionsorientierte und ertragssteigernde Vorteile, wobei ich nicht verheimlichen möchte, dass die Beobachtung von Pflanzen und Tieren mir unheimlich viel Freude und Spaß bereitet", beschreibt Bio-Landwirt Woldemar Mammel seine Motivation.
Eine Besonderheit auf dem Bioland-Hof Mammel ist, dass bei zahlreichen Feldarbeiten Zugpferde eingesetzt werden. Als Mitglied im Arbeitskreis Landwirtschaft der Interessengemeinschaft Zugpferd (IGZ) ist es den Betriebsleitern wichtig, Pferdeeinsatz als schonende und wirtschaftliche Alternative aufzuzeigen. "Wir sind einer der wenigen Vollerwerbshöfe in Deutschland, die relativ viel mit Pferdezug experimentieren - aber, es werden immer mehr", so Woldemar Mammel. Positive Effekte der Pferdearbeit sind das Einsparen fossiler Energien, weniger Bodenverdichtung als bei Einsatz von Traktoren und weniger Schäden an stehenden Bäume beim Holzrücken im Wald. Die Pferde werden dort eingesetzt, wo es sinnvoll ist und die Zeit es erlaubt wie z. B. beim Striegeln, Hacken, Häufeln, Mist streuen, weniger beim Pflügen.
Der Wettbewerb um den Förderpreis Naturschutzhöfe wurde vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) initiiert und gemeinsam mit der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) durchgeführt. Weitere Projektpartner sind der Naturschutzbund (NABU) / Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) / Bund Naturschutz Bayern (BN) sowie die Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur). Das Projekt wurde vom Bundesumweltministerium gefördert.
Auf der Internetseite www.naturschutzhoefe.de finden Sie ausführliche Betriebsportraits und Fotos von den drei Preisträgern und den neun Auszeichnungsbetrieben.
Anschläge: 2.997
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