| Der Lämmerhof Detlef Hack, Ute Thode, Christian & Urte Brüggemann Dorfstraße 10 23896 Panten, Schleswig-Holstein |
Tel: 04543-891151 Fax: 04543-891154 www.laemmerhof.de |
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Der Natur auf dem Lämmerhof einen Platz geben


Mit dem ersten Platz beim Förderpreis Naturschutzhöfe 2008 wird das große Engagement von Detlef Hack, Ute Thode und Christian und Urte Brüggemann und ihrem Team vom Lämmerhof in Panten, Schleswig-Holstein, ausgezeichnet. Seit 19 Jahren bewirtschaften sie den großen Bio-Betrieb nach dem Motto "Der wilden Natur Platz geben". Dazu schaffen und erhalten sie eine Vielzahl von Biotopen. Integrativ verbunden fügen sich die landwirtschaftlichen Nutzflächen in das umgebende Netz von naturschutzfachlich wertvollen Wald- und Moorstandorten ein. Im Rahmen eines Flurneuordnungsverfahrens wurden Flächen getauscht, die Hofflächen arrondiert und potentielle Feuchtflächen wiedervernässt. Alle Maßnahmen zusammen haben zu einer Feldflur mit einer engen Verzahnung von Flachwasser, Moor- und Grünlandhabitaten, Gehölzen und Waldrändern geführt. Durch diese Vernetzungsstrukturen und die ökologische Bewirtschaftung wurde die Artenvielfalt deutlich erhöht. Mit einer ideenreichen Öffentlichkeitsarbeit vermittelt der Lämmerhof seine Arbeit an die Bevölkerung und seine Kunden. Gerade auch in der Vermarktung steht der Einblick in die Naturvielfalt des Betriebes im Mittelpunkt. Den Kunden wird vermittelt, dass ihre Lebensmittel aus einer wertvollen Landschaft stammen, in der Kraniche brüten und Feldlerchen zwitschern.
Die Landwirtschaft des Lämmerhofs
Detlef Hack übernahm 1989 den intensiv bewirtschafteten Schweinemast- und Ackerbaubetrieb seines Vaters und stellte auf ökologischen Anbau um. Inzwischen bewirtschaftet er gemeinsam mit dem Lämmerhofteam 400 Hektar Ackerland und rund 150 Hektar extensive Weidelandschaft. Betriebsschwerpunkte sind der Anbau von Brotgetreide, Mutterkuhhaltung, Schäferei, eine Freiland-Schweinemast sowie Gemüseanbau. Auf dem Betrieb und im Hofladen leben und arbeiten insgesamt 14 Menschen. Fester Bestandteil der Bewirtschaftungsphilosophie ist die Idee, der Natur auf dem Lämmerhof mehr Platz zu geben.


Das Hellmoor-Projekt - Hofarrondierung für und mit dem Naturschutz
Der Lämmerhof liegt nahe Mölln im südöstlichen Schleswig-Holstein. Die abwechslungs- und strukturreiche Moränenlandschaft im Bereich der eiszeitlichen Schmelzwasserrinne des Stecknitztals ist geprägt von Flachgewässern, Niedermoorbereichen, Feldgehölzen, alten Wallhecken und einem vergleichsweise hohen Waldanteil. Lange Zeit wurden zahlreiche Entwässerungen durchgeführt, die zusammen mit Flurneuordnungsmaßnahmen zum Verlust vieler Lebensräume und Strukturen führten.
Diesen Verlust möchte Detlef Hack auf seinen Betriebsflächen wieder ausgleichen. Mit der 1992 beginnenden neuen Flurneuordnung zur Sicherung des Pantener Moorweihers bot sich die Chance, mit dem Betrieb einen Beitrag zum großräumigen Biotopverbund des Stecknitztals zu leisten. Auf Initiative des Lämmerhofs entstand das Projekt Hellmoor. Ziel war die Wiedervernässung der in Hofnähe gelegenen Feuchtgebiete und die Einbindung der Flächen in das landesweite Biotopverbundsystem. In jahrelang andauernden Verhandlungen tauschte der Betrieb seine verstreut liegenden Ackerflächen gegen Flächen im Bereich des Hellmoores ein, räumte Nutzungskonflikte aus und hatte schließlich 115 Hektar Fläche arrondiert. Mit der Wiedervernässung halten die Lämmerhöfer große ungenutzte Kernbereiche vor. Die angrenzenden Grünlandflächen werden extensiv von der Mutterkuhherde beweidet. Auf den dann folgenden Ackerflächen des Betriebs wird Getreide und Winterfutter für die Tiere angebaut. Durch diese Kombination von Ackerbau und Viehhaltung wird eine größtmögliche Schonung der feuchten Grünlandbereiche erreicht, da die Tiere im Winter und im zeitigen Frühjahr auf die Ackerflächen ausweichen können.
Das Amt für ländliche Räume (ALR) Lübeck war zuständig für das Flurneuordnungsverfahren und erwies sich als zuverlässiger und engagierter Partner. Die finanzielle Unterstützung durch den Landkreis, das Bundesland und die EU machten das Projekt in dieser Größenordnung möglich.


Kraft schöpfen aus der Natur
Weitere Projekte folgten, die Betriebs- und Biotopflächen vergrößern
sich stetig und stärken den überregionalen Biotopverbund. Der Hof
pflegt zusätzlich Flächen für die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.
Moorflächen, Flachwasserbereiche, nasses Grünland, Bruchwälder,
Feldgehölze und viele weitere Sonderstandorte sind auf dem Lämmerhof
heute reichlich vertreten. Detlef Hack freut sich: "Viele seltene Vogelarten
wie Kranich, Seeadler, Rothalstaucher, Bekassine, Wachtel und Wasserralle
sind zurückgekehrt und finden bei uns Nahrung und Lebensraum. Auch Arten
der Agrarlandschaft haben deutlich profitiert. So ist das Rebhuhn wieder vertreten,
Feldlerchen sind zu hören und der Feldhase ist in erstaunlichen Populationen
vorhanden. Fuchs und Dachs dürfen wieder Beute machen und wenn bei einer
der Wanderungen mit kleinem Publikum der Dachs den Weg kreuzt oder der Neuntöter
auf dem Zaunpfahl sitzt, so ist unsere Vision erlebbar bestätigt worden."
Ob der abendliche Einflug der Kraniche zu ihren Schlafplätzen, die Froschkonzerte
am Moorweiher oder der Gesang der Feldlerche über den Feldern, für
Detlef Hack sind dies Zeichen, die richtigen Schritte getan zu haben.
Artenreiche Landschaft als Verkaufsargument


Diese Erfolge machen den Lämmerhof zu etwas Besonderem und geben den Produkten des Hofes ein unverwechselbares Gesicht, das in der Öffentlichkeitsarbeit dargestellt wird. Insbesondere bei der Getreidevermarktung, die zu einem großen Teil über den direkten Kontakt zu Hamburger Bio-Bäckereien läuft, wird das Engagement des Betriebes herausgestellt. Brotgetreide, ein eher anonymes Produkt, erhält ein Gesicht. Dazu werden die Bäckerei-Mitarbeiter zu Führungen auf den Hof eingeladen, oder das Betriebsfest der Bäckerei findet dort statt. Zurück im Laden können die Verkäuferinnen und Verkäufer dann anhand des eigenen Erlebens den Kunden berichten, dass auf den Getreidefeldern Kornblumen blühen und Feldlerchen zwitschern.
Gedruckte Infomaterialien sorgen zusätzlich für Hintergrundinformation. Dazu gehören neben dem farbig gestalteten Hofflyer, der dem Moorgebiet gewidmet ist, großformatige, mobile Infotafeln, die ab und zu in den Bäckereifilialen oder im Hofladen stehen oder das "Fenster zum Hof", ein Holzrahmen mit Fotos vom Betrieb. Außerdem veröffentlicht der Lämmerhof meist zum Jahreswechsel Rundbriefe. Darin wird in Text und Bild über die Ereignisse auf dem Hof berichtet, wie die Ernte war, was auf den Flächen geschieht, wie sich das Hellmoor entwickelt, welche Tier- und Pflanzenarten vorkommen und vieles mehr.
Am eindrucksvollsten für den Einzelnen bleibt aber der Besuch vor Ort.
Den Lämmerhof und seine Natur kann man in vielfältiger Weise erleben:
bei einer Hofführung zu Fuß oder per Rad, bei keltischen Festen,
bei Meditationen, Sinnes- oder Wildnisschulungen, Kräuterseminaren oder
bei Konzerten in der Scheune. Auch für Kinder besteht ein großes
Angebot und Einrichtungen wie Aussichtsplattformen aus Weiden, "die Weidendome",
ein Baumhaus mit Blick auf das Hellmoor, ein "Safari-Anhänger"
oder der Lehmbackofen und die Kräuterspirale am Hof ermöglichen
interessante Perspektiven und spannende Aktivitäten. Sinneseindrücke
und Kreativität sprudeln auf dem Lämmerhof aus allen Ecken.