| Vorwerk Podemus Dr. Manfred Probst Podemuser Ring 1 01156 Dresden, Sachsen |
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Zurück im denkmalgeschützten Vierseithof am Rande von Dresden


Familie Probst ist 1991, 30 Jahre nach Verlassen des elterlichen Betriebes, nach Dresden zurückgekehrt. Von der historisch strukturierten Gefildelandschaft, die eine regionale kulturlandschaftliche Besonderheit der Lößhügellandschaft darstellte, war nichts mehr übrig geblieben. Die Landschaft war ausgeräumt worden und die Schäden unübersehbar. Wildtier- und Pflanzenarten, wie Rebhühner oder Schlüsselblumen, an deren früheres Vorkommen sich Manfred Probst noch erinnern konnte, sind vielfach verschwunden. "Auch das vielgliedrige Feldwege-Netz ist aufgrund der großflächigen Landnutzung beseitigt worden", erklärt Manfred Probst. Ziel von Familie Probst ist es, auf ihrem Betrieb von 250 Hektaren die Landschaft dem traditionellen Vorbild wieder anzunähern.
Rund 3000 Meter neue Hecken und 2000 Meter Baumreihen


Entlang alter Wegeführungen und Grenzen wurden neue Strukturelemente wie Hecken und Baumreihen gesetzt; noch erhaltene Elemente wie Streuobstwiesen werden gepflegt und erneuert in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt der Stadt Dresden. Bei den Pflanzungen wurden ausschließlich heimische Sträucher eingesetzt wie Hartriegel, Pfaffenhütchen, Schneeball, Weißdorn, Mehlbeere und Vogelbeere.
Zur Schaffung dieser Landschaftsstrukturelemente stellt der Betrieb Nutzflächen
zur Verfügung. Um die Pflanzungen zu finanzieren, wurden Gelder von öffentlichen
Ausgleichsmaßnahmen genutzt. Darüber hinaus hat der Betrieb Flächen
von alten Wegen erworben, um historische Wegeführungen wieder zu markieren
mittels Baumanlagen und Blühstreifen. Alte Wirtschaftswege werden damit
optisch bzw. alte Feldspazierwege auch zur Benutzung wiederhergestellt.
Ein vielseitiger Ackerbau trägt zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit
und Biodiversität bei in einem sonst von engen Fruchtfolgen geprägten
Ackerbaugebiet. Die Humusmehrung durch die ökologische Bewirtschaftung
macht die Flächen weniger angreifbar für Erosion. Der Anbau von
Perserklee und Luzerne als Feldfutter und Sonnenblumen dient den Bienen und
Wildinsekten als ergiebige Nahrungsquelle.
Reizvoller Landschaftsausschnitt für die Naherholung


Neben der Ermöglichung von Anpflanzungen erfüllt die Familie Probst auf weiteren Flächen wichtige Naturschutz- und Landschafspflegeaufgaben: die naturschutzgerechte Beweidung der Streuobstwiesen. Eine 45-köpfige Milchviehherde verwertet die Aufwüchse des Grünlands in einer der letzten Frischluftschneisen Dresdens. Dieser reizvolle Landschaftsausschnitt ist durchzogen von alten Weinbergsmauern, Böschungen und Streuobst. Durch das Freistellen der Steinmauern und durch die differenzierte Grünlandnutzung, bei der auch mal Säume stehen bleiben, die erst später von den Tieren abgeweidet werden, beobachtet Familie Probst wieder eine Zunahme der Arten. Ebenfalls positive Rückmeldung bekommen sie durch die Bevölkerung, die diesen Landschaftsausschnitt als Erholungsraum nutzen und dessen Pflege wertschätzen.
Durch eine mobile Koppelschafhaltung konnte die Pflege von Landschaftsschutzflächen übernommen werden, die für Landmaschinen nicht zugänglich wären. Hierzu wurden Koppelzäune gebaut sowie ein Transportfahrzeug für 50 Schafe konstruiert. Das ist in dieser Region einzigartig.


Mit Innovation und Tatkraft erreicht Familie Probst Kunden und Kollegen
Heute werden alle eigenen Schweine, Rinder und Schafe und darüber hinaus
auch Tiere weiterer regionaler Bio-Betriebe in der neuen Hof-Fleischerei geschlachtet
und zu hochwertigen Produkten verarbeitet. Der täglich ganztags geöffnete
große Hofladen bietet neben den Fleischwaren und Wurstspezialitäten
auch Milch, Kartoffeln und Eier aus eigener Produktion sowie Brot, Gemüse,
Obst und Molkereiprodukte von weiteren regionalen Bio-Betrieben und ein Naturkostsortiment
für die Kunden aus Dresden und Umgebung. Der Hof ist ausgesprochen aktiv
in seiner Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Regelmäßig
finden Hofführungen für Schulklassen und Kindergärten statt.
Jeden Juli ist der Hof Gastgeber für das "Grünen Wochenende"
des Gemeindefestes der Kirchengemeinde Briesnitz mit rund 500 Besuchern. Als
Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau steht der Betrieb auch für
Fachkollegen offen. Familie Probst leistet mit dem, was sie durch ihre Tatkraft
sichtbar auf die Beine stellen und bewirken, und durch viel Informationsverbreitung
Aufklärungsarbeit und Motivation bei Kunden und Kollegen.