| Hof Eggers in der Ohe Georg und Christine Eggers Kirchwerder Mühlendamm 5 21037 Hamburg |
Tel: 040-7230337 Fax: 040-7230337 www.hof-eggers-in-der-ohe.de |
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Landwirtschaft, Denkmalschutz und Naturschutz Hand in Hand
Elbarme, Dämme, Gräben und Kanäle, flaches Land geprägt
von Ackerbau, Grünland und Gemüsebau - in der Vierländer Elbmarsch,
am Rand von Hamburg liegt Hof Eggers in der Ohe. Christine und Georg Eggers
bewirtschaften hier 101 Hektar Land nach den ökologischen Anbaurichtlinien.
Der Betrieb ist seit 1628 in Familienbesitz. Die reetgedeckten Betriebsgebäude
stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert und wurden von Ehepaar Eggers einfühlsam
saniert. Der Freundeskreis Hof Eggers e. V. unterstützt den Betrieb bei
der Erhaltung des denkmalgeschützten Hofes, im Natur- und Biotopschutz
und bei kulturellen Aktivitäten.


"Anfang der 80er Jahre wurde mir der Rückgang der Artenvielfalt auf unserem arrondierten Hof deutlich", so Georg Eggers, und er begann wieder Viehweiden anzulegen und Bäume zu pflanzen. Das mündete 1990 in die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft," so beginnt Georg Eggers meist seine Erzählungen, wenn er Gäste über seinen Betrieb führt und dabei auf viele Einzelheiten in der Hoflandschaft aufmerksam macht.
Das Potenzial des Betriebes im Bereich Naturschutz wurde in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich durch die Anlage von zusätzlichen Biotopen erweitert. Im Jahr 1983 wurden in Zusammenarbeit mit der Umweltbehörde auf einer Viehweide Gehölze gepflanzt und eine halboffene Weidelandschaft mit einer Größe von sieben Hektar geschaffen. Einzeln stehende Bäume, Gehölzinseln, Teiche und Sumpfbereiche liegen in den Weideflächen. Einige Ackerflächen wurden wieder in Grünland umgewandelt, damit war die Grundlage für den Aufbau einer Mutterkuhherde geschaffen. Durch die Einbindung der Mutterkuhherde in den Ackerbau (Beweidung der Kleegrasflächen) entstanden Synergieeffekte für den ökologischen Ackerbau.
Eindrucksvolles Hofensemble - vielfältige Details
Das schöne Ensemble der alten Gebäude mit den großen Bäumen
begeistert die Besucher. Sie vermitteln einen guten Eindruck der regionalen
Bauernkultur der letzten Jahrhunderte und zeigen, wie mit regionalen, natürlichen
Baumaterialien gebaut wurde. Georg Eggers macht auf die Nistplätze verschiedener
Vögel aufmerksam, auf Einflugslöcher und angebrachte Nisthilfen
für Insekten. Bewusst werden auf dem Hofgelände Ruderalflächen
mit Hochstauden, wie Brennesseln, Guter Heinrich und Beinwell gefördert.
Stein- und Holzhaufen, ein nicht versiegelter Hofplatz und die großen
Reetdächer bieten vielfältige Nischen für Insekten und andere
Tiere.


Ein Storchennest ist gemeinsam mit dem Freundeskreis Hof Eggers e. V. aufgestellt worden. Neben den Störchen sind zahlreiche andere Feldvögel anzutreffen: Feldlerche, Bekassine, kleiner Brachvogel sowie Rohrdommel, Schilfrohrsänger, Eisvogel, Nachtigall und Pirol sind hier zuhause. "Diesen besonderen Einklang von praktischer Landwirtschaft und Naturschutz nehmen die Besucher unseres Hofes wahr und es zieht sie in Ausflügen immer wieder auf unseren Hof".
Um die historisch gewachsene Kulturlandschaft der Elbmarschen zu erhalten, zu pflegen und zu entwickeln, erbringt Familie Eggers zahlreiche Leistungen, die heute nicht mehr selbstverständlich sind. Geprägt wird die Betriebsfläche durch eine klassische Marschlandstruktur mit nur 15 Meter breiten Feldstücken, die durch Gräben unterteilt sind, teils mit Heckenbewuchs. Die Knicks (norddeutsch für Hecken) werden auf Stock gesetzt und verjüngt. Das Holz wird im Backhaus verwendet. Eine größere Holz-Heizkraftanlage ist in Planung, um Heckenpflege und Nutzung zu optimieren.
Zahlreiche Gräben bieten Amphibien und Libellen Lebensraum. Die Gräben werden abschnittsweise gepflegt. Auf Hof Eggers bleiben die historisch vielgliedrigen Grabensysteme erhalten und fallen nicht wie vielerorts der Schlagvergrößerung zum Opfer.


Gezielt wurden Raine angelegt. Diese linienhaften Strukturen durchziehen ebenfalls die landwirtschaftliche Nutzfläche. Auf einem Großteil der Flächen stehen große Einzelbäume.
Menschen aus der Region einbinden
"Es ist uns ein Anliegen, Menschen aus der Region in die Geschehnisse
des Betriebes einzubinden und ihnen die Verzahnung von Naturschutz und Landbewirtschaftung
nahe zu bringen". Beginnend mit jährlich stattfindenden Hoffesten
haben sich Helfer eingefunden. 1997 wurde aus dieser Gruppe von Menschen der
Verein Freundeskreis Hof Eggers gegründet. Heute hat der Verein 50 Mitglieder,
die den Hof in zahlreichen Aktivitäten und im Bereich Öffentlichkeitsarbeit
unterstützen.
Christine Eggers führt rund 40 Schulklassen und Kindergärten jährlich, um einen Bauernhof mit aktivem Naturschutz und Tieren erleben zu können. Privatpersonen und Gruppen können nach Absprache eine Besichtigung mit Kaffee und Kuchen organisieren oder auf eigene Faust auf dem Naturlehrpfad mit Skulpturen, Bänken und Rasthütte spazieren gehen.


Die besonderen Leistungen des Betriebes liegen in dem Zusammenspiel von ökologischem Landbau, Naturschutz, Denkmalschutz und Öffentlichkeitsarbeit. Die Bindung vieler Menschen an den Hof aufgrund der besonderen landschaftskulturellen Leistungen zeigt sich auch in der Wirtschaftlichkeit . "Ein Potenzial für diese Verbindung bietet grundsätzlich jeder Betrieb," ist die Meinung von Georg Eggers. Eine besonders gute Kombination von Voraussetzungen sind die Bereitschaft auf Menschen zuzugehen, eine gut erhaltene Hofanlage in reizvoller Kulturlandschaft, leichte Erreichbarkeit und Nähe zum Ballungsraum und letztendlich ein Zukunftsbild vor Augen.
"Die Bedeutung des Naturschutzes wird auf unserem Hof noch weiter in
den Vordergrund rücken in der Verbindung mit sanftem Tourismus in Großstadtnähe.
Ein Backhaus mit integriertem Hof-Café soll in diesem Jahr fertiggestellt
werden. Zusammen mit der historischen Hofanlage, dem Hof-Laden, dem Rundwanderweg
und den Tieren wird das Ganze eine Einheit darstellen.