Agrar GmbH Crawinkel

Auszeichnung im Rahmen des Förderpreises Naturschutzhöfe 2006

Angaben zum Betrieb

Agrar GmbH Crawinkel
Heinz und Ingrid Bley

Gosseler Str. 25
99330 Crawinkel, Thüringen
Tel: 03624-314914
Fax: 03624-402648
www.agrar-crawinkel.de
  • 2300 ha
  • 2280 ha Grünland, 20 ha Wald
  • 1000 Rinder, 200 Pferde, 380 Schafe, 320 Ziegen
  • 15 AK
  • Schwerpunkt: Zuchttiere, Sport- und Freizeitpferde, Fleisch, Landschaftspflege, Tourismusangebote
  • Besonderheiten: ganzjährige, extensive Freilandhaltung von Rindern und Pferden auf großen Standweiden, Hütehaltung von Schafen und Ziegen

Betriebsportrait

Rinder- und Pferdeherden in ausgedehnter Weidelandschaft

Ausgedehnte Weidelandschaft, ein Hauch von Wildem Westen oder afrikanischer Serengeti - und das mitten in Thüringen? Heinz Bley hat auf einer ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) in Crawinkel neue Wege in der ländlichen Entwicklung eingeschlagen. Auf der 2300 Hektar großen Agrar GmbH Crawinkel züchtet er Sport- und Freizeitpferde, erzeugt Bio-Rindfleisch, betreibt Landschaftspflege und hält vielfältige Tourismusangebote bereit.

Ausgedehnte Weidelandschaft
Ausgedehnte Weidelandschaft
 
Rinder im Profil
Rinder im Profil
 

Die Agrar GmbH Crawinkel stellte 2003 den Gesamtbetrieb auf Grünlandbewirtschaftung um. Über 600 Hektar Ackerland wurden dabei in Grünland umgewandelt. So sind riesige Standweiden mit einer Größe zwischen 10 bis 300 Hektar entstanden. Ganz im Sinne des Naturschutzes soll durch eine ganzjährige, großräumige Beweidung mit 0,3 - 0,6 Rindern oder Pferden pro Hektar die Entwicklung und Erhaltung von offenen und halboffenen Landschaften erreicht werden.

Für die Bewirtschaftung des Grünlandes hat die Agrar GmbH Crawinkel einen betrieblichen Managementplan entwickelt, der auch Voraussetzung für die Teilnahme an Naturschutzförderprogrammen ist. Durch ein geeignetes räumliches und zeitliches Mahd- und Weidemanagement sollen gefährdete Tier- und Pflanzenarten gefördert werden. Die Wirkungen dieser Maßnahmen werden auf Crawinkel wissenschaftlich begleitet und auf Erfolg überprüft.

Ansitzwarte 1
Ansitzwarte 1
 
Feldlerche im Flug
Feldlerche im Flug
 

Naturschutz-Effekte einer großflächigen Beweidung

Die Offenhaltung von Landschaften ertragsarmer Standorte, aus denen sich die Landwirtschaft immer mehr zurückzieht, ist in den letzten 50 Jahren in vielen Regionen Europas ein Thema geworden. Großflächige Beweidung stellt dabei einen der Lösungswege dar.

Der geringe Beweidungsdruck und ein wildtierartiges Verhalten der Weidetiere haben folgende Auswirkungen: Die verschiedenen Beweidungsintensitäten, z. B. durch Tritt-, Suhl-, und Lagerplätze oder in Form von Weideresten, bewirken eine kleinräumige Strukturvielfalt. Die Weidetiere gestalten ihren Lebensraum auf den Standweiden selbst. So entsteht eine Vielfalt von unterschiedlichen Lebensgemeinschaften, bedingt durch verschiedene Sukzessionsstadien von der Wiese über die Hecke bis hin zum Wald. Dies wiederum verbessert die Lebensraumvielfalt für Wildtiere. und führt zudem zu einer besseren Nahrungssituation, insbesondere für insektenfressende Wirbeltiere. Bei den geringeren Besatzdichten der Weidetiere können auch Wiesenvögel, wie z. B. Wiesenpieper, Feldlerche, Braunkehlchen und Bekassine, erfolgreich brüten. Greifvögel finden ganzjährig ein stetes Nahrungsangebot an Kleinsäugern. Das macht das Gebiet auch für Wintergäste attraktiv.

Heinz Bley legt bei Fohlengeburt Hand an
Heinz Bley legt bei Fohlengeburt Hand an
 
Fohlen kurz nach der Geburt
Fohlen kurz nach der Geburt
 

Förderung wiesenbrütender Vogelarten betriebswirtschaftlich kalkuliert

Durch die Umwandlung von Ackerland in Grünland und die Schaffung von zusätzlichen Wasserflächen in Form von Grabentaschen sollte die Förderkulisse für Wiesenbrüter ausgeweitet werden. Diese Leistungen für den Naturschutz und deren Honorierung fließen hier in die betriebswirtschaftliche Buchhaltung mit ein. Nachhaltige Landbewirtschaftung ist eine Dienstleistung, die durch die Gesellschaft honoriert wird - das wird hier ganz deutlich. "Es motiviert mich, in einer ästhetisch ansprechenden, artenreichen Landschaft zu wirtschaften und die Möglichkeit zu haben, mit Naturschutzmaßnahmen das Betriebseinkommen zu ergänzen," freut sich Heinz Bley.

Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung und Tourismus runden das Betriebskonzept ab

Mit der Zunahme der landschaftlichen Ästhetik ergeben sich neue Möglichkeiten des Landschaftserlebens, die für die Umweltbildung oder für den Tourismus in der Region aufgegriffen werden können. Teil der Betriebsphilosophie der Agrar GmbH Crawinkel ist die Begleitung durch geeignete Öffentlichkeitsarbeit: Gemeinsam mit regionalen Akteuren konnten über das Förderprogramm Leader-Plus zahlreiche Projekte zur Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt werden, z. B. ein Internetportal zu Fragen der Weidewirtschaft, Fachtagungen in Zusammenarbeit mit der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, Exkursionen und Fachführungen für verschiedene Zielgruppen. Im Rahmen von Leader-Plus-Projekten entstanden drei Kurzvideos über die Betriebsschwerpunkte sowie Flyer und eine Wanderausstellung. Infotafeln sind an verschiedenen Standorten installiert. Nachbarn aus dem Dorf bieten in Zusammenarbeit mit der Agrar GmbH Planwagenfahrten über die Betriebsflächen an. Bereits der Anblick der Tierherden verschiedener Rassen in dieser weiten Landschaft ist ein Erlebnis: Galloway, Scottish Highland, Deutsch Angus, Hereford, Heckrind, Ungarisches Steppenrind, Koniks und Warmblutpferde, Schaf- und Ziegenherden.
Die Ideen gehen Heinz Bley nicht aus. Als nächstes Projekte plant er die Errichtung eines "Bauern-Cafés" und das Angebot von "Bauern-Golf".

Aufgeweitete Grabentasche
Aufgeweitete Grabentasche
 
Ansitzwarte 2
Ansitzwarte 2
 

Am 9. Juni 2007 war die Agar GmbH Crawinkel Hauptveranstaltungsort des GEO-tages der Artenvielfalt.

 
 
 
Ausgedehnte Weidelandschaft
 
 
Rinder im Profil
 
 
Ansitzwarte 1
 
 
Feldlerche im Flug
 
 
Heinz Bley legt bei Fohlengeburt Hand an
 
 
Fohlen kurz nach der Geburt
 
 
Aufgeweitete Grabentasche
 
 
Ansitzwarte 2