Bannmühle

Auszeichnung im Rahmen des Förderpreises Naturschutzhöfe 2006

Angaben zum Betrieb

Bannmühle
Hans Pfeffer

Staudernheimerstr. 1
55571 Odernheim, Rheinland-Pfalz
Tel: 06755-1053
Fax: 06755-1732
www.bannmuehle.de
  • 85 ha
  • 63 ha Grünland, 20 ha Streuobst, 9 ha Obstanlagen, 0,16 ha Wein, 7 ha Wald
  • 30 Mutterkühe und Nachzucht
  • 3 AK
  • Schwerpunkt: Saftproduktion, Tafelobst, Rindfleisch, Hofladen
  • Besonderheiten: Umweltbildung, Lohnkelterei

Betriebsportrait

Obstbau und Mutterkuhhaltung ergänzen sich hier sehr gut

Die Bannmühle liegt mitten im landschaftlich reizvollen Glantal, umgeben von sanftem Bergland, Wäldern und Weinbergen. Hans Pfeffer bewirtschaftet hier im Nordpfälzer Hügelland seit 15 Jahren einen Obst- und Grünlandbetrieb. Der ökologische Obstbau in Verbindung mit der Mutterkuhhaltung bildet den Betriebsschwerpunkt. Diese Form der Landwirtschaft leistet einen herausragenden Beitrag zum Erhalt dieser vielfältigen Kulturlandschaft.

Die Gebäude der Bannmühle
Die Gebäude der Bannmühle
 
Landschaft des Nordpfälzer Hügellandes
Landschaft des Nordpfälzer Hügellandes
 

Das Klima Odernheims und die vielfältige Landschaft ermöglichen die Kombination von Obstbau und Beweidung. Die Besonderheit der Bannmühle ist, dass der Obstbau und die Saftvermarktung sehr innovativ aufgezogen sind und durch die Tierhaltung mit dem anfallenden organischen Dünger und der Beweidung der Streuobstbestände sinnvolle Ergänzung findet.

Auf 20 Hektar gibt es einen Altbestand an einzeln stehenden Obstbäumen. Hier wachsen Äpfel, Birnen und Pflaumen. Diese Obstbaumbestände mit artenreichen Wiesen und Weiden sind wertvolle Öko-Nischen in der Kulturlandschaft, die vielen Tieren und Pflanzen als Lebensraum dienen.

Neu gepflanzte Streuobstwiese
Neu gepflanzte Streuobstwiese
 
Hans Pfeffer bindet Äste nach unten
Hans Pfeffer bindet Äste nach unten
 

Herausragend ist die Neuanlage einer Streuobstwiese: Die Hochstämme haben einen besonders hohen Astansatz, um sicher vor dem Verbiss der Rinder zu sein. Geschützt werden die Bäume außerdem mit einem einfachen, aber innovativen elektrischen Baumschutz, der aus zwei Ringen aus Rundstahl besteht verbunden mit einer Elektrolitze, die in zwei Meter Höhe von Baum zu Baum läuft. Eine hangparallele Pflanzung mit Hackmulde dient zum Auffangen von Hangwasser und zur Bewässerung der Jungbäume. "Junge Bäume brauchen Pflege und Düngung, das vergessen viele Gemeinden, wenn sie Obstbäume zum Ausgleich pflanzen", erklärt Hans Pfeffer.

Die Beweidung erfolgt mit dem vom Aussterben bedrohten Glanrind. Statt auf die üblichen Mastrinder setzt Hans Pfeffer auf dieses robuste und genügsame Dreinutzungsrind (ehemals Zugtier, Milch und Fleisch), das in dieser Region über Jahrhunderte gezüchtet wurde. Es ist dem dortigen Klima, Gelände und Futter optimal angepasst. Zwar ist das Glanrind kleiner und liefert folglich weniger Fleisch, dafür aber von sehr hoher geschmacklicher Qualität. Die Herde von rund 30 Muttertieren weidet den Großteil des Jahres auf den Streuobstwiesen und Grünlandflächen der Bannmühle. Ebenso werden Naturschutzflächen wie Steillagen ehemaliger Weinlagen beweidet, was zur Offenhaltung dieser Sonderstandorte an den Hanglagen beiträgt.

Apfel - Basis für Saft, Saftpresse - Basis für Obstbäume in der Landschaft

Artenreiches Grünland
Artenreiches Grünland
 
Artenreiches Grünland
Artenreiches Grünland
 

Moderner, biologischer Apfelbau in Plantagen wird von der Bannmühle auf neun Hektar betrieben. Hauptsächlich stehen dort alte Sorten sowie resistente Neuzüchtungen von Saftäpfeln, aber auch Tafelobst. Die Düngung erfolgt mit dem anfallenden Kuhmist und durch Gründüngung. Die Obstgassen werden alternierend genutzt. Dadurch wird ein stetiges Blütenangebot erzielt, das Nützlingen und anderen Insekten als Nahrungsquelle dienen kann.
In der hofeigenen Kelterei werden vor allem die Äpfel direkt zu Saft gepresst. Der Saft wird pressfrisch pasteurisiert und anschließend abgefüllt. Mit dem Motto "Jeder Tag schmeckt anders" vermarktet Hans Pfeffer kreative Saftmischungen, Zusammenstellungen aus verschiedenen Apfelsorten sowie Saftmischungen unterschiedlicher Obstsarten.

Die Bannmühle bietet Privatkunden und Betrieben die Lohnkelterei an. Dabei wird das Obst abgegeben und gegen ein Entgelt erhält man den eigenen Saft in Flaschen abgefüllt zurück. Durch dieses Angebot haben auch kleinere Landbesitzer die Möglichkeit, ihr Obst zu verarbeiten. Das ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Nutzung und Erhaltung von Streuobstbeständen in einer Region.

Der Kreislaufgedanke spielt überall mit

Glanrindherde
Glanrindherde
 
Ehemalige Weinbergslage -  heute beweidet
Ehemalige Weinbergslage - heute beweidet
 

Der Kreislaufgedanke ist auf dem gesamten Betrieb sehr ausgeprägt. Das Futter der Tiere kommt von den hofeigenen Wiesen und Obstbeständen (Trester). Der Mist wird als organischer Dünger eingesetzt. Diese Wirtschaftsweise schafft einen natürlichen Nährstoffkreislauf. Auch die Nutzwasser-Kreisläufe der Kelterei sind aufeinander abgestimmt. Solarpanelen und zwei Wasserturbinen der Bannmühle dienen der eigenen Stromerzeugung und versorgen die Maschinen in der Kelterei. 90 Prozent der Leistung wird nicht auf dem Betrieb verbraucht und kann somit ins regionale Stromnetz eingespeist werden.

Die historische Mühle ist ein ausdrucksstarkes Gebäude in einer reizvollen, vielfältigen Landschaft. Hans Pfeffer möchte den Menschen die Zusammenhänge von Landnutzung und der Schönheit dieser Landschaft vermitteln. Als Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau und als Umweltbildungseinrichtung (externer Betriebszweig) geschieht dies durch verschiedene Veranstaltungen für die Öffentlichkeit.

 

 
 
 
Die Gebäude der Bannmühle
 
 
Landschaft des Nordpfälzer Hügellandes
 
 
Neu gepflanzte Streuobstwiese
 
 
Hans Pfeffer bindet Äste nach unten
 
 
Artenreiches Grünland
 
 
Artenreiches Grünland
 
 
Glanrindherde
 
 
Ehemalige Weinbergslage -  heute beweidet