Landwirtschaft und Biodiversität in Deutschland
Etwa die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich
genutzt. Damit spielt die Agrarlandschaft eine bedeutende Rolle für
die Erhaltung der biologischen Vielfalt, zu der sich Deutschland im Rahmen
der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD) und weiterer internationaler
Abkommen verpflichtet hat. Um langfristig die Biodiversität zu sichern,
reicht es nicht aus, einzelne Schutzgebiete auszuweisen. Die Herausforderung
besteht darin, auf der ganzen Fläche so zu wirtschaften, dass eine
große Vielfalt an Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten und eine
breite genetische Vielfalt erhalten bleiben. Dies kann nur in Kooperation
mit der Landwirtschaft geschehen. Die Landwirtinnen und Landwirte gestalten
durch ihre Arbeit die Kulturlandschaft Deutschlands. Das Bundesamt für
Naturschutz und die Projektpartner möchten mit dem Förderpreis
Naturschutzhöfe aufzeigen, dass eine effiziente landwirtschaftliche
Produktion im Einklang mit den Zielen des Naturschutzes möglich ist.
Flyer in English "Farming Conservation Award" (PDF, 1.239
KB)
Flyer in deutsch
"Förderpreis Naturschutzhöfe" (PDF, 1.234 KB)
Mit dem Förderpreis Naturschutzhöfe werden Landwirtschaftsbetriebe ausgezeichnet, die beispielhaft und umfassend Naturschutzmaßnahmen in die Bewirtschaftung ihres Hofes einbinden. Die Landwirtinnen und Landwirte leisten mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft. Die Leistungen werden durch die Auszeichnungen gewürdigt und einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Sie sind oftmals übertragbar und damit Ansporn für andere Betriebe, sich ebenfalls für den Naturschutz einzusetzen.
Der erste Wettbewerb im Jahr 2006 war mit 233 Bewerbungen ein großer
Erfolg. Er zeigt das große Interesse von Landwirten am Thema. Drei Betriebe
erhielten für ihre herausragenden Leistungen einen Preis, neun weitere
wurden für vorbildliche Maßnahmen ausgezeichnet. Sie spiegeln mit
Ackerbau, Grünlandnutzung, Obstund
Weinbau, Landschaftspflege und Viehhaltung die Vielfalt der deutschen Landwirtschaft
wider. Die Naturschutzaktivitäten reichen von blütenreichem Acker-
und Feldfutterbau, Licht- und Blühstreifen, Mischfruchtanbau und Untersaaten
über die Neuanlage und Pflege von Streuobstwiesen, Blütenreichtum
und schonende Bodenbearbeitung im Weinberg bis hin zur Erhaltung typischer
Mittelgebirgslandschaften durch die Offenhaltung und Pflege von artenreichem
Grünland.
In einer zweiten Runde des Naturschutzhöfepreises wurde im Jahr 2008 ein anderer Schwerpunkt gesetzt. Gefragt waren Ideen und Konzepte, mit denen die Betriebe ihre Naturschutzleistungen nach außen darstellen und ihr Engagement für die Erhaltung der Arten- und Lebensraumvielfalt an die Öffentlichkeit kommunizieren. Unter den 57 eingegangenen Bewerbungen sind viele schöne Beispiele für gelungene Aktivitäten: Die Betriebe zeigen über Flyer, Broschüren, Infotafeln, Internetseiten, vor allem aber über den direkten Kontakt bei Führungen und Veranstaltungen, dass sie mehr sind als Lebensmittelproduzenten. Ausgefeilte pädagogische Angebote, naturkundliche Führungen, Lehrpfade und Hoffeste bringen Groß und Klein nicht nur in Berührung mit der Landwirtschaft, sondern auch mit der Natur, in der gewirtschaftet wird.
Die vielen Aktivitäten sollen weite Verbreitung und viele Nachahmer finden. Dafür werden die vorbildlichen Betriebe und ihre Naturschutzmaßnahmen durch Betriebsportraits auf dieser Internetseite www.naturschutzhoefe.de vorgestellt. Ausgewählte Maßnahmen erscheinen im Herbst 2008 in einer Veröffentlichung. Nach Möglichkeit soll darüber hinaus ein Netzwerk aus Naturschutzhöfen entstehen. Der Austausch der Betriebe untereinander und mit interessierten Kollegen soll damit ebenso gefördert werden wie die Außenwirkung der positiven Beispiele auf Fachwelt, Öffentlichkeit und Politik.
Flyer "Farming
Conservation Award" (PDF, 1.239 KB)
Flyer "Förderpreis
Naturschutzhöfe" (PDF, 1.234 KB)